Das Weyergut Bethanien ist für viele Menschen ein Ort voller Erinnerungen, Begegnungen und persönlicher Geschichten. Heidi Streiff, eine ehemalige Mitarbeiterin erzählt, wie sie das Haus schon 1979 kennenlernte, viele Jahre später zurückkehrte und ihm bis heute verbunden geblieben ist.
Hier blickt sie auf ihren Weg im und mit dem Weyergut Bethanien zurück
Es ist das Jahr 1979. Ich bin 27 Jahre alt, frisch verheiratet und Kindergärtnerin mit einigen Jahren Berufserfahrung im Kanton Zürich. Für die kommenden Jahre zieht es uns nach Bern, und so suche ich dort eine Arbeitsstelle. Doch die Berner wollen keine Zürcherin, die ihren Kindern den Berner Dialekt „verdirbt“.
Also halte ich Ausschau nach einer anderen beruflichen Möglichkeit – und werde fündig: Im Alters- und Pflegeheim Weyergut Bethanien in Wabern bei Bern erhalte ich eine Anstellung als Haustochter. Stolz halte ich meinen mit der Schreibmaschine aufgesetzten Arbeitsvertrag in den Händen. Meine Arbeitsgebiete sind vielfältig: Ich arbeite in der Waschküche beim „Mangeln“, im Service und im Putzdienst. Gerade dort erlebe ich manch lustige Situation. Bei einem freundlichen, sehr gesprächigen Herrn bin ich am Putzen, als er plötzlich sagt: „Weisst du, es wäre schön, wenn du das ganze Jahr hier arbeiten würdest und nicht nur in den Schulferien!“ (Mein Aussehen war damals tatsächlich noch sehr mädchenhaft).
Im Heim wird irgendwann bekannt, dass mein Mann – mit frisch abgeschlossenem Theologiestudium – hin und wieder Predigtdienst hat in der Kapelle nebenan. Eines Tages höre ich ein Gespräch einiger Bewohnerinnen mit, das mich bis heute schmunzeln lässt. Sie sitzen im Vorraum, während ich ihre Zimmer reinige, die Zimmertüre steht offen. Ich bin gerade damit beschäftigt, eine WC-Schüssel sauber zu bekommen, als eine Frau hörbar stolz sagt: „Wisst ihr, die Frau Pfarrer ist bei mir am Putzen!“. Nach gut einem Jahr kündige ich meine Stelle, da unser erstes Kind zur Welt kommt. Ich gehe mit vielen wertvollen Erfahrungen – und mit grosser Dankbarkeit für alles Erlebte.
Viele Jahre später führt mich mein Weg erneut ins Weyergut, diesmal als Quereinsteigerin im Team der Aktivierung, heute Alltagsgestaltung. Sieben Jahre lang arbeite ich dort bis zu meiner Pensionierung.
Ganz los lässt mich das Weyergut jedoch nicht: Auch nach meiner Pensionierung bin ich als freiwillige Helferin im IDEM-Team tätig – vor allem in der Cafeteria, aber immer wieder auch mit grosser Freude in der Alltagsgestaltung.
IDEM – im Dienste eines Mitmenschen
Im Weyergut Bethanien leisten freiwillige Helfer:innen einen wertvollen Beitrag zum Miteinander im Haus. Unter dem Namen IDEM – im Dienste eines Mitmenschen schenken sie unseren Bewohnerinnen und Bewohnern Zeit, Aufmerksamkeit und Unterstützung – bei Gesprächen, Spaziergängen, Veranstaltungen, im Restaurant und in vielen weiteren Begegnungen des Alltags.
So entstehen wertvolle Momente, die den Alltag bereichern und unsere offene, lebendige Atmosphäre mitprägen. Freiwillige werden bei uns sorgfältig eingeführt und begleitet.
Haben Sie Interesse an einer freiwilligen Mitarbeit? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.
